Migräne - der Kopfschmerz quält

Welche Medikamente bei Migräne nehmen?

Migräne ist nach heutigem medizinischen Wissensstand nicht heilbar. Daher beschränken sich die Therapiemöglichkeiten auf eine möglichst zielgerichtete Reduktion der Auslösefaktoren und die Linderung der Symptome bei einem Anfall. Um Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit in den Griff zu bekommen, sind moderne Medikamente unbedingt zu empfehlen - dies gilt allerdings mit der Einschränkung, dass vom Arzt eine klare Diagnose erstellt und damit eine passende Medikation empfohlen wurde. Die Quote derer, die sich wegen der Migräne in ärztliche Behandlung begeben, liegt bei knapp über 30%. Die anderen retten sich meist durch unkontrollierte Einnahme von mehr oder weniger passenden Schmerzmitteln, Arzneien und Hausmittelchen über die schwere Zeit. Vermutlich fehlt den Arztverweigerern die Zuversicht in eine erfolgreiche Behandlung. Leider führt eine dauerhafte Überdosierung auch von rezeptfrei erhältlichen Mitteln häufig zum gegenteiligen Effekt: die Medikamente selbst lösen dann den Kopfschmerz aus oder begünstigen ihn zumindest. Und hat die Migräne erst ein mittelschweres Stadium erreich, sind verschreibungspflichtige Präparate nach Einschätzung der DMGK zu empfehlen.



Medikamente für die Akuttherapie bei einem Migräneanfall

Bei der richtigen Medikamentengabe ist die unterschiedliche Schwere des Anfalls zu berücksichtigen. Bei leichten Anfällen mit maximal mittelschweren Kopfschmerzen hilft ein Nichtopioid-Analgetikum, z.B. Schmerzmittel auf Basis von Acetylsalicylsäure, wie in Aspirin® oder Neuralgin ASS® enthalten. Eine kombinierte Einnahme mit Paracetamol, Ibuprofen oder koffeinhaltigen Präparaten wird ebenfalls empfohlen. Die DMKG gibt als Dosierungsempfehlung einer medikamentösen Migränetherapie erster Wahl folgende Größen an:

  • Acetylsalicylsäure (ASS, 1000 mg)
  • Paracetamol (1000 mg)
  • Ibuprofen (400 mg)
  • ASS (500 mg) + Paracetamol (500 mg) + Coffein (130 mg)

Falls während eines Migräneanfalls üblicherweise mit Erbrechen zu rechnen ist und die Schmerzmittel dadurch den Körper unfreiwillig wieder verlassen würden, spricht viel für die zusätzliche Einnahme von Prokinetika. Diese wirken auf den Magen-Darm-Trakt und verhindern Übelkeit und Erbrechen.

Die sog. Triptane, speziell gegen Migräne wirkende, gefäßverengende und entztündungshemmende Präparate, sind geeignet für schwerere Anfälle und verschreibungspflichtig.