Migräne - der Kopfschmerz quält

Eine Operation gegen Migräne

Man mag auf den ersten Blick kaum glauben, dass es eine Operationsmethode geben soll, mit der sich Migräne in den Griff bekommen lässt. Da die Ursachen der Schmerzattacken in der Hirnrinde zu suchen sind, führt der erste Gedanke leicht zur Vorstellung, sich einem mehrstündigen, hochgradig gefährlichen Eingriff am Gehirn unterziehen zu müssen. Tatsächlich stammt die Operation aber aus der kosmetischen Chirurgie, die Wirksamkeit wurde per Zufall entdeckt und ist mittlerweile vielfach bestätigt. Dennoch ist das Verfahren nicht unumstritten. Bei der Migräne-OP wird der Corrugator, ein Stirnmuskel der zwischen den Augenbrauen sitzt, durchtrennt. Dieser Muskel ist u.a. für die sog. Zornesfalte verantwortlich und daher den plastischen Chirurgen wohlbekannt. Da die genauen Zusammenhänge der Theorie einer Nervenreizung im Gesicht durch den Muskelstrang nicht ausreichend geklärt sind, ist die Operationsmethode gleichsam umstritten wie verblüffend einfach.

Voraussetzung, Wirksamkeit, Begleiterscheinungen der OP

Nur bestimmte Patienten kommen allerdings für diesen Schritt in Frage. Um die Eignung zu testen, wird in den Muskel das Nervengift Botox injiziert und für die darauffolgenden Wochen die Veränderung der Anfallshäufigkeit protokolliert. Eine signifikante Reduzierung um mindestens die Hälfte der Migräneattacken ist unbedingte Voraussetzung für die OP. Entschließt sich der Patient zu der relativ kostspieligen Maßnahme, muss er den vermutlich unerwünschten Nebeneffekt berücksichtigen, dass sich durch den fehlenden Muskel seine Mimik und damit die Gesichtsästhetik verändert. Erfahrungswerte - wissenschaftlich belegbare Studien fehlen bislang - lassen aber auf einen deutlichen und dauerhaften Rückgang der Beschwerden hoffen.