Migräne - der Kopfschmerz quält

Warum haben Kinder Migräne?

In den letzten beiden Jahrzehnten hat das Auftreten der Migräne bei Kindern signifikant zugenommen. Migräne ist zwar eine typischerweise altersunabhängige Erkrankung und tritt bei über der Hälfte aller Betroffenen zum ersten Mal im Teenageralter auf. Aber bereits 5% aller Kinder unter sieben Jahren leiden unter Migräneanfällen. Ein Gutteil der Ursachen geht nach Expertenmeinungen wie bei Erwachsenen auf das Konto von individuellen Triggern. Also übermäßigen Stressfaktoren und Ängsten, dem bereits Grundschulkinder ausgesetzt werden, begleitet von Fehlernährung und Bewegungsmangel. Auch Erbfaktoren tragen zur Verursachung der Kindermigräne bei, erklären aber nicht ihre Häufung. Es ist zu beobachten, dass ein zu niedriger Blutzuckerspiegel bei Kindern häufig als Migräne-Auslöser identifizierbar ist, was die These der ernährungsbedingten Auslöser weiter festigt.



Symptome und Behandlung der Migräne bei Kindern

Im Kindesalter verlaufen Migräneanfälle anders als bei Erwachsenen. Der Kopfschmerz ist nicht das vorherrschende Symptom, oft treten sogar überhaupt keine Kopfschmerzen auf, dafür klagen sie über Übelkeit und Bauchschmerzen, Erbrechen ist ebenfalls typisch. Erste Anzeichen eines Anfalls sind Konzentrationsprobleme, Gesichtsblässe und Teilnahmslosigkeit, regelmäßig zu beobachten sind auch motorische Schwächen und Schwindelgefühl. Die Kinder ereilt ein dringendes Schlafbedürfnis, und nach einer relativ kurzen Schlafphase von wenigen Stunden sind die Beschwerden fast immer abgeklungen. Migräne in der Kinheit muss nicht unbedingt ein Indikator für die chronische Erkrankung sein. Etwa 50% aller kleinen Patienten werden spätestens als Teenager dauerhaft beschwerdefrei.

Um dem Kind möglichst viele Anfälle zu ersparen, sind ausgeglichene Lebensumstände zu schaffen. Dazu gehören ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus mit festen Zeiten und ausreichend Schlaf, sowie großzügige Ruhephasen während des Tages, z.B. Pausen zwischen den Hausaufgaben. Auch die richtige Ernährung mit viel Trinken und geregelte Mahlzeiten tragen stark zur Reduzierung von Auslösefaktoren bei. Beim Identifizieren der Trigger gilt der Ernährung des Kindes hohe Aufmerksamkeit, besonders zu achten ist auf Kuhmilch, Süßigkeiten wie Schokolade, Eier, Käse oder stark glutamathaltige Nahrungsmittel.

Um den Migräne-Anfall eines Kindes so kurz und erträglich wie möglich zu halten, sollte zunächst auf Medikation aller Art verzichtet werden. Der Schlaf wirkt bei Kindern heilsamer als alle anderen Hilfsmittel. Schalten Sie nach Möglichkeit störende Licht- und Geräuschquellen ab und wirkenb Sie beruhigend auf das Kind ein. Sollten Sie doch auf Schmerzmittel zurückgreifen müssen, geben sie vorab etwas gegen das Erbrechen, da sonst die Schmerzpräparate nicht im Körper behalten werden. Klären Sie die Medikamentengabe vorab mit Ihrem Kinderarzt ab. Geben Sie auf keinen Fall ein Mittel, das auf Acetylsalicylsäure basiert (wie Aspirin), wenn ihr Kind unter 15 ist. Stattdessen Paracetamol oder Ibuprofen verabreichen, sofern mit dem Arzt abgeklärt.